Die Angstgesellschaft

Die Angst ist das Fundament aller menschlichen Hochkulturen, in Nord-
und Südamerika, Europa, Asien, Afrika und Australien.

Sie durchdringt alle Lebensbereiche: Politik, Wirtschaft, Wissenschaft,
Bildungswesen und die Medien sowie Sport, Freizeit und Kultur.

Sogar in den Religionen ist die Angst das beherrschende Thema.

In vielerlei Hinsicht ist die Angst der zentrale Motor der menschlichen
Gesellschaft. Vor allem im Krieg, der ohne Angst leider ausfallen müsste. Wer keine Angst hat, schießt nicht auf andere. Wer sollte ihn dazu zwingen? Vernünftige Gründe, andere zu erschießen, gibt es nicht.

Ein besonders tragisches Beispiel

Robert Enke war ein Weltklasse-Torwart und stand als einer der vier deutschen National-Torhüter kurz davor, Deutschlands Nummer 1 im Tor zu werden, als er Selbstmord beging, indem er sich vor einen Zug warf.

Eine ganze Nation fragte sich: Warum ??

Aus Angst zu versagen und den Weg ganz an die Spitze nicht zu schaffen. Seine Selbstzweifel und seine Depressionen waren nur der Familie und den allernächsten Freunden bekannt. Die Öffentlichkeit erfuhr erst im Nachhinein davon, zum Beispiel in dem Buch:

Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben (ISBN-13: 978-3492054287)

„Unter allen Fußballern war Robert Enke eine außergewöhnliche Persönlichkeit im deutschen Tor. Als überwältigendes Talent mit 20 berufen, für den legendären FC Barcelona zu spielen, war er mit 25 ein vergessenes Talent und etablierte sich schließlich, als es fast zu spät schien, noch als Weltklassetorwart. Ronald Reng erzählt von Erfolgen und Misserfolgen, aber vor allem erzählt er die Geschichte hinter dem öffentlichen Menschen: Robert Enke hatte immer ein offenes Ohr für die Sorgen derer, die ihn umgaben. Und blieb selbst nicht verschont von großen Schicksalsschlägen wie dem Tod seiner kleinen Tochter. Sein Freitod berührte und erschütterte Deutschland weit über die Welt des Fußballs hinaus.“

Enkes unbegründete Angst war wiederum ein Grund, Angst zu haben. Denn einen Angsthasen stellt man nicht ins Fußballtor, auch wenn er auf dem Platz keine Angst hat. Und dann folgte die Angst, dass jemand seine Angst bemerkte oder etwas davon an die Öffentlichkeit kam.

Ohne Angst wäre Robert Enke heute wohl noch am Leben und 2010 als deutsche Nummer 1 im Tor zur WM nach Südafrika gefahren.

 

Auftreten der Angst

Die Angst im Krieg, in Wirtschaft, Politik und auch dem Bildungswesen muss nicht weiter erläutert werden, sie dürfte jedem bekannt sein, der schon einmal eine Arbeit in einem Fach geschrieben hat, das er nicht besonders gut beherrschte. In der Kultur gibt es große Themenblöcke, die sich nur der Angst in all ihren Formen widmen.

Zwei kulturelle Meister der Angst sind Stephen King und der unvergleichliche Franz Kafka, der seine persönlichen Depressionen als Weltliteratur verewigt hat.

In der Freizeit gibt es Grusel und Horror, aber sie spielen keine
entscheidende Rolle, hier regiert der Spaß — damit man die täglichen Sorgen und die Angst einmal kurzzeitig vergißt. Und wenn man das so nicht schafft, dann trinkt man eben solange Alkohol oder nimmt andere Drogen, bis man nicht mehr weiß, was man erlebt hat — aber es war bestimmt super!

 

Religionen

Alle großen Religionen verdanken ihre Existenz der Angst.

Bei den Christen der Angst, nach dem Tod in die Hölle zu kommen.
Bei den Muslimen ebenfalls.
Die Juden warten auf das Paradies, das sie vom derzeitigen Leben erlöst.
Die Hindus haben Angst, in einer niederen Kaste wiedergeboren zu werden.

In vielen anderen Religionen wird den Göttern geopfert. Würden die Gläubigen das tun, wenn sie keine Angst hätten?

Und sogar die Atheisten haben Angst vor dem Tod, mit dem alles vorbei ist.

 

Psychologie und Psychiatrie

Die Psychologen und die Psychiater katalogisieren die Angst, indem sie z.B. verschiedene depressive Krankheitsbilder beschreiben.

Nur Wege aus der Angst hinaus können sie keine liefern, denn wie die Menschen in allen anderen Bereichen auch leiden sie selbst unter der Angst.

Ein besonderes Konstrukt der Angst — noch dazu wissenschaftlich anerkannt — bilden das menschliche Gewissen und die Gewissensbildung. Ohne Gewissen — als „gewissenloser“ — sei man ihrer Meinung nach als Mensch nicht vollständig entwickelt, denn das Gewissen unterscheide den Menschen vom Tier und den Mensch vom Unmensch, zum Beispiel von einem Massenmörder. Ein Mensch mit einem Gewissen würde niemanden ermorden oder sich hinterher wenigstens schlecht fühlen.

Dabei ist ein Gewissen vollständig überflüssig, wie wir später sehen werden!

Die Gewissensbildung erfolgt hauptsächlich durch Angst in vielfältigen Variationen, z.B. der Angst vor Strafe, vor Ausgrenzung, vor Abwendung /Ablehnung durch die Nächsten (Familie, Freunde, Kollegen, Gesellschaft). Der Vorgang, seinem Nachwuchs ein Gewissen „einzubläuen“, heißt Erziehung. Wie das Wort schon aussagt, geht es darum, die Kinder in eine Richtung zu ziehen, in die sie vielleicht gar nicht gehen wollen.

Wer ein Gewissen hat, der erledigt seine Pflichten, und tut, was man tun
muss. Auch wenn es ihn überfordert oder er überhaupt keine Freude dabei empfindet. Denn sonst drückt das schlechte Gewissen auf die Stimmung. Auch wenn die Menschen nicht merken, was man unterlassen hat, Gott sieht alles und schickt einen womöglich in die Hölle! Oder die Angst vor schlechtem Ansehen, Gefängis oder Strafe, die sich ebenfalls gleichzeitig mit dem Gewissen bildet, treibt einen zur Erfüllung seiner Pflichten. Und alles, was uns davon abhält, unsere Pflichten zu erfüllen, ist böse, unschicklich oder sündhaft. Täglich wird das Fass des Gewissens weiter mit dem Sprengstoff Angst gefüllt, bis es bei einigen wegen zu großem Druck explodiert.

Wie 2011 in Norwegen, wo ein einzelner in einer minutiös geplanten Tat mehr als 80 Menschen erschoss, unter anderem aus Angst vor Verfremdung der eigenen Kultur.

Formen der Angst

Formen der Angst sind z.B. :

  • Lebensangst
  • Prüfungsangst
  • Pflichtgefühl
  • Hass
  • Zweifel
  • Selbstzweifel
  • Depressionen
  • (Gruppen-)zwang

Fazit

Dieser Essay könnte jetzt ewig so weiter geschrieben und dann als Buch
veröffentlicht werden, aber damit würde er sich nur in die unzählbare Anzahl von ähnlichen Sachbüchern und Ratgebern einreihen.

 

Wege aus der Angst

Nur keine Angst

Mittlerweile kann man es überall im Internet nachlesen:

Die Angst ist eine Erfindung der Menschen. Es gibt keinen Grund, Angst zu haben. Denn Gott liebt alle Menschen, bedingungslos. Jede Seele geht nach dem Tod des Körpers in den Himmel und zurück zu Gott.

Warum sollte Gott jemanden für immer in die Hölle schicken, den er liebt?

Außerdem ist Gott der allmächtige Schöpfer der Menschen und des Universums. Wäre er nicht zufrieden mit dem, was er erschaffen hat, dann hätte er das ja auch leicht ändern können!

 

Die Angst wird kleiner und verschwindet

Wer das versteht und verinnerlicht, dessen Angst wird kleiner, bis sie nahezu ganz verschwunden ist. Wenn sie dann schließlich fast verschwunden ist, dann ist man bereit für die nächste Stufe, das optimistische, sorgenfreie und glückliche Leben!

Woran erkennt man nun, dass das eigene Leben nicht mehr angstgesteuert ist?

Man handelt überwiegend aus freiem Willen, ohne Zwang: aus Liebe zu sich, allen anderen Menschen und auch allen anderen Bewohnern unseres kleinen, blauen Planeten, der Erde, Earth, Terre, La Tierra und Terra genannt wird.

 

Ein glückliche(ere)s Leben

Nur wer keine Angst hat, kann ein glückliches Leben leben. Selbst zu lieben macht glücklich!

So einfach für die angstlosen, so unerreichbar für die (noch) ängstlichen ist die Formel vom Glück.

Die Regel ist einfach, danach zu leben nicht unbedingt und mit Arbeit an sich selbst verbunden. Eventuell mit viel Arbeit, aber es wird leichter, je weiter man kommt und man bestimmt das Tempo ja selbst.

 

Liebe als Fundament einer glücklichen Gesellschaft

Fragen

1. Aber wie funktioniert eine Gesellschaft, deren Fundament Liebe statt Angst ist?

2. Und kann das überhaupt funktionieren (Angst/Zweifel!)?

3. Und kann man selbst angstfrei in der Angstgesellschaft leben?

4. Wie schließlich kann man unsere Gesellschaft der Angst in eine Gesellschaft der Liebe umwandeln?

 

Antworten

1. Auf Liebe gebaut

Einfache Grundregeln einer Gesellschaft, die auf Liebe statt Angst baut.

  1. Jeder Mensch erhält eine undkündbare Grundausstattung, die ihm ein
    sorgenfreies Leben ermöglicht. Hartz 4 für alle!
  2. Wer arbeitet, erhält Geld zusätzlich zur Grundausstattung, denn Arbeit soll sich in jedem Fall lohnen!
  3. Es gibt gemeinsam festgelegte Obergrenzen für das Entgelt eines einzelnen Menschen. Was darüber hinausgeht, wird in gemeinnützige Projekte investiert. Aber darüber hat der Geldgeber die volle Kontrolle, er entscheidet, wieviel er wo einsetzen möchte.
  4. Es gibt nur da Regeln, wo es notwendig ist, z.B. im Straßenverkehr.
    • In ausgewiesenen Gebieten fährt man entweder rechts oder man fährt links.
    • Aber man hält sich freiwillig daran, weil man sich und anderen keinen
      Schaden zufügen möchte.
    • Weil man sich und alle anderen liebt!
  5. Es gibt keine Gesetze, keine Rechtsprechung und schon gar keine
    Gefängnisse!
  6. Jeder ist frei, es gibt keinen Zwang, irgendetwas zu tun!
  7. Alles wird freiwillig – weil aus Liebe – getan!

 

2. Kann das funktionieren ?

Ja, indem man zunächst sein eigenes Leben von Angst auf Liebe umstellt.

Danach versteht man, dass eine solche oder ähnliche Gesellschaftsform/Kultur die einzige Möglichkeit ist, die Gesellschaft weiter zu entwickeln.

Alle bisherigen großen Kulturen sind jedenfalls wieder verschwunden. Denn ihre Basis war Angst.

 

3. Kann man selbst angstfrei in der Angstgesellschaft leben?

Angstfrei kann man natürlich immer leben, aber je nach den
persönlichen Lebensumständen kann das eine sehr große Aufgabe sein.

Frei zu leben, das erlauben allerdings nicht viele Gesellschaften. Es
gibt Zwänge/Gesetze, deren Nichteinhaltung zur Inhaftierung oder zum
Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben führen kann.

Es gibt nicht viele Länder und Kulturen, in denen Homosexualität frei
und öffentlich gelebt werden kann. In diesem Bereich gibt es in
Deutschland zum Beispiel ein deutliches Nord-Süd-Gefälle bzw. Stadt-Land-Gefälle.

In den nördlichen Großstädten, vor allem in Hamburg, ist es für
Homosexuelle einfacher als auf dem Land und in südlicheren Regionen.

Allein die Tatsache, dass man Unterscheidungen trifft zwischen
heterosexueller, homosexueller und bisexueller Liebe, und Teile der
Liebe verurteilt, zeigt die Problematik der Angstgesellschaft.

Aber es gibt auch menschliche Gesellschaften, die da schon ein Stück
weiter fortgeschritten sind.

Beispiel Norwegen

Nach dem schrecklichen Attentat mit über 80 Toten haben die
Betroffenen, die überwiegende Mehrheit und die regierende Politik
nicht mit den Mechanismen der Angstgesellschaft reagiert und nach
Anti-Terrorgesetzen, mehr Polizei, mehr Überwachung und härteren
Strafen gerufen, sondern hinterfragt, wie es passieren kann, dass
und warum jemand so etwas tun kann.

Und dem Ereignis wird mit deutlich weniger Angst begegnet als
anderswo.

 

Beispiel USA

Wie fiel dagegen die Reaktion der USA nach dem 11. September 2001 aus?
Krieg im Irak, inakzeptable Reduzierung der Grundrechte der Menschen
in den USA: Viele Verdächtige sind monatelang spurlos verschwunden,
Guantanamo als rechtfreier Raum existiert immer noch!

 

Beispiel Deutschland

Auch in Deutschland wurden Anti-Terror-Gesetze erlassen, allerdings
haben streitbare Bürger und das Bundesverfassungsgericht hier das
Schlimmste verhindert und große Einschränkungen der Menschenrechte
nicht zugelassen. Aber kleinere Einschränkungen gibt es auch hier, in
Deutschland.

Anmerkung: Das galt 2011, mittlerweile haben wir stark zu den USA aufgeschlossen…

 

4. Umwandlung der Angstgesellschaft in eine Gesellschaft der Liebe

Das ist die Aufgabe für die Zukunft! Eine sehr große Aufgabe!

Wenn immer mehr Menschen ihre Angst verlieren, dann und nur dann, kann die Umwandlung nicht nur funktionieren, sie wird dann stattfinden — nicht zwangsläufig (auch so ein Angstwort!) sondern natürlicherweise!

 

Abschluss/Fazit

Und es hat bereits begonnen! Im Verborgenen und immer mehr in der
Öffentlichkeit. Wir sind bereits auf dem Weg, Angst durch Liebe zu
ersetzen. Wer genau hinsieht, kann es erkennen, dass es immer mehr
gibt, die auf der Suche nach einem anderen Leben sind:

Schriftsteller, Musiker, Filmgestalter, auch (ehemalige) Politiker.

Und sogar Naturwissenschaftler und Mathematiker, so wie ich.

Und anderen bei der Suche helfen.

Dieser Essay ist mein Beitrag für alle, die auf der Suche nach einem
glücklichen, liebevollen Leben sind.

Und natürlich habe ich das alles sehr gerne, aus eigenem Antrieb und
aus Liebe zu mir und allen anderen aufgeschrieben.

Die Veröffentlichung im Internet hat 6 Jahre gedauert, da mir dabei noch ein wenig unwohl war, denn vor den Reaktionen habe auch ich noch etwas Angst, ist halt noch kein Meister vom Himmel gefallen. Oder doch?


P.S.: Die Arbeit an diesem Essay habe ich am 11. September 2011 abgeschlossen, genau 10 Jahre nach den Terroranschlägen, erstaunlich, nicht wahr?

 

4 Gedanken zu “Die Angstgesellschaft

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