Wirkung und Ursache im JETZT

Die WIRKUNG ist wichtiger als die URSACHE. Doch wir drehen das immer um. Suchen nach Ursachen und Schuldigen/Verursachern, statt die Wirkungen zu betrachten und sie für uns einzusetzen.

Kinder spielen mit uns gerne das WARUM Spiel. Es ist ein sehr wichtiges Spiel, das die meisten Erwachsenen aber nicht begreifen:

K: WARUM geht der Mann da in den Supermarkt?

E: WEIL er etwas kaufen will.

K: WARUM will er denn etwas kaufen?

E: VIELLEICHT weil er Hunger hat. Oder Durst.

K: WAS denn nun, Hunger oder Durst?

E: Das weiß ich doch nicht, nun hör schon mit den nervigen Fragen auf!

Und wann hören die Erwachsenen mit den Fragen auf?


E: WARUM hast du das getan?

K: Weiß ich nicht…

E: Aber du musst doch wissen, WARUM? Du mußt dir doch dabei etwas gedacht haben?

K: Nö

E: Was soll bloß aus dir werden, wenn du einfach Sachen machst, ohne zu wissen, warum, was der Grund ist?


Aber so wurden wir von unseren Eltern, unserer Gesellschaft und unseren Wissenschaftlern erzogen: ALLES MUSS EINEN GRUND HABEN, WO IST DIE URSACHE?

Welche Ursache hat die erste Ursache ausgelöst, begünstigt? Und je weiter man zurückgeht, zur Ursache der Ursache der Ursache, desto unklarer und nebulöser wird es. Mit jeder Ebene werden die Gründe unbestimmter.

In der Technik ist dieser Ansatz hilfreich. Manchmal aber auch nicht.

Aber im Leben? Im JETZT?

Was hilft die Ursachenforschung im normalen Leben? Kann man da überhaupt sicher von Ursachen sprechen und wieviele sind es? Gibt es einen besseren Weg?

Wenn man im JETZT ist, sucht man nicht mehr nach URSACHEN. Man beobachtet und erzeugt WIRKUNGEN. Die erzeugt man übrigens immer, ob man will oder nicht, ob man im JETZT oder ganz anderswo lebt. Man erzeugt immer Wirkungen. Die Frage ist nur, ob sie erwünscht oder unerwünscht sind, die Wirkungen.

Nehmen wir einmal an, wir stehen in einen Tal und einen Kilometer flußaufwärts ist eine Staumauer, die gerade geborsten ist.

Ob gesprengt von Terroristen, aus Altersschwäche, wegen eines Konstruktionsfehlers oder weil ein UFO versucht hat, darauf zu landen.

Oder welche URSACHE das auch immer hat, das ist im JETZT völlig egal.

Wichtig ist nur die WIRKUNG, die das Wasser, das auf uns zufließt, entfacht. Wieviel Wasser ist es und was kann man noch tun?

Sich in Sicherheit bringen durch ausweichen? Oder mitschwemmen lassen?

Und die ferne Zukunft ist jetzt total unwichtig. Wer JETZT nicht im Augenblick lebt, sondern in Vergangenheit schwelgt oder seine Zukunft plant, der wird dieses Leben vermutlich beenden.

Neu planen kann man dann wieder, wenn man das überstanden hat. Aber nicht zu detailliert, denn die nächste Staumauer kommt bestimmt…

Im JETZT hat man keine Angst. Weil man sich keine großen Gedanken um die Zukunft macht, dann hat man keine Angst. Man kann nur Angst vor etwas haben, das kommen wird oder kommen könnte. Wenn etwas bereits passiert und vorbei ist, wovor sollte man dann noch Angst haben? Ist ja alles schon vorbei. Doch man könnte Angst davor haben, daß es sich wiederholt. Das wäre aber dann wieder die Zukunft.

Welche WIRKUNG erzeugt das jetzt bei Euch? Wenn ihr das gelesen habt?

Stufe I: Das verstehen

Stufe II: Es fühlen

Stufe III: Es leben (das wird toll)

Und die URSACHE für diesen Text, die könnt ich Euch ja mal überlegen, wenn Euch langweilig ist. Ich weiß es nämlich nicht so genau…

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4 Gedanken zu “Wirkung und Ursache im JETZT

  1. „Was heißt „warum“?

    Mit dem Wort „Warum“ hebt ein Kind die Welt aus den Angeln. Sie hätten schon aus diesem Grund verzichten sollen, Nachkommen zu erzeugen, weil Sie auf die Warumfragen keine erschöpfende Antwort geben können und am Ende nur selbst erschöpft sind. Aber gehen wir es gelassen an. Etwas Entscheidendes haben die meisten Eltern übersehen. Sie auch? Fehlt in der Überschrift nach dem „Warum“ nicht ein Fragezeichen? Wenn Kinder „warum?“ als Fragewort richtig betrieben, dann hätte die Fragerei niemals ein Ende. Doch Sie werden gleich merken, dass Warum bei kleinen Kindern kein echtes Fragewort ist.

    Kinder, sobald sie Sätze bauen können, fragen auch grammatisch korrekt und bringen folglich mit jeder Frage und der dazu passenden Antwort ihr Wissen auf ein höheres Niveau. Sie erfragen alles, was sie über die Einrichtung der Welt wissen wollen. Wenn Sie sich jedoch dazu hergeben, der Frage „Warum?“ eine Begründung im Sinne von Ursache und Wirkung folgen zu lassen, werden Sie bis zur Verzweiflung gejagt, denn irgendwann fällt Ihnen kein Grund mehr für die nächste Warumfrage ein. Das Kind wird ebenfalls frustriert, weil es in Wirklichkeit gar keine Frage gestellt hat, die eine „kausale“ Beantwortung zulässt. Die könnte es, folgt man der Menschenkunde Rudolf Steiners, frühestens mit zwölf Jahren verstehen, und da hat es die frühkindliche Art der Welteroberung durch das „Warum“ längst vergessen beziehungsweise umgestellt in ein „Wie funktioniert das?“

    Denken wir also gemeinsam nach: Warum fragt ein Kleinkind „Warum“,
    wenn es doch gar keine Begründung verstehen kann? Die Warumfragen waren sicher nicht der Anfang. Zunächst ist dem Kind etwas aufgefallen und es möchte von Ihnen bestätigt wissen, dass Sie das auch sehen, was es sieht. Es ruft demgemäß: „Mama, guck mal!“ und fragt anschließend: „Was ist das?“ Dann sagen Sie zum Beispiel: „Das ist eine Fliege.“ Und schon ist der Dialog über die Welt beendet. Daher findet kind früher oder später heraus, dass bei der Fragestellung mit „Warum“ der Dialog wesentlich weiter führt. Also fragt es nach Entdeckung des sprachlichen Hebels zur Dialogförderung nicht mehr: „Was ist eine Fliege?“, sondern: „Warum ist das eine Fliege?“, und schon lässt sich das Gespräch fortsetzen. Eltern antworten: „Weil sie herumfliegt.“ Kind: „Warum fliegt eine Fliege herum?“ Eltern: „Weil Sie Flügel hat.“ Kind: „Warum hat sie Flügel?“ Jetzt müssten Sie etwas erklären, was mit der Entstehung der Arten zu tun hat. Sie könnten das christlich (c) oder darwinistisch (d) machen. Eltern (c): „Weil Gott sie so geschaffen hat.“ beziehungsweise Eltern (d): „Weil das ihre Evolution ist.“ Kind (c): „Warum hat Gott sie so geschaffen?“ beziehungsweise Kind (d): „Warum ist das ihre Woluzion?“

    Spätestens an diesem Punkt ist jede weitere Begründung Spekulation, die Sie hier abbrechen müssten, mit den genannten Folgen. Deshalb ist mein Vorschlag: Nie ein Warum eines Vierjährigen mit einem Weil-Satz beantworten. Fassen Sie das Warum Ihres Kindes als liebenswürdig intelligente Art von Provokation auf, die Sie herausfordert, in Ihrer Antwort sowohl präzise als auch – weise zu sein. Sie brauchen, wenn Sie Luft geholt und der Versuchung widerstanden haben mit „Weil …“ zu antworten, nur das zu charakterisieren, was Ihrem Kind aufgefallen ist oder darüber hinaus auffallen sollte. Setzen Sie also hinter das Warum kein Frage- sondern ein Ausrufezeichen! Also nochmals, Kind: „Warum ist das eine Fliege!“ Eltern: „Eine Fliege fliegt.“ Kind : „Warum fliegt eine Fliege!“ Eltern: „Sie ist sehr klein. Ihr ist wohl dabei.“ Jetzt könnte das Kind schon genug erfahren haben und sagen: „Mama, ich will auch eine Fliege sein.“ Sofort verwandelt es sich in eine Fliege und stellt befriedigt fest, dass die Welt für die Fliege Neuigkeiten offenbart. Ihr Kind als Fliege fühlt sich eine Weile wohl und beobachtet einen seiner „Artgenossen“ auf dem Tisch. Es entdeckt die großen Augen, das rasche Heranlaufen an herumliegende Brotkrümel und wie der „Kollege“ mit den hintersten Beinchen die Flügel und mit den vordersten den Rüssel putzt. Es ahmt diese Bewegungen nach, reibt sich mit den Handflächen die Nase und fingert mit den Daumen nach seinen Schulterblättern.

    Dieses Kind wird so schnell keiner Fliege etwas zuleide tun. Es hat sich einmal mit ihrer Art identifiziert. Mit seinem Warum ist Ihr Kind schon in jedes Ding der Welt gekrochen, das ihm aufgefallen ist. In diesem Fall eben lernte es nicht nur das Fliegen, sondern bekommt auch gezeigt sich zu reinigen. Geben Sie ihm diese Chance weiterhin! Sie werden noch einmal mit ihm mitwachsen.“

    Aus „Abenteuer Erziehung“, S.34-37 (www.eahilf.de): Das Buch, das (fast) keiner liest. – Aber wir könnten darüber ins Gespräch kommen. Ich kenne einige Ihrer Kommentare auf bb.

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  2. Erziehung ist ein Auslaufmodell. Ich bin für liebende, schützende Begleitung. Und man muss nicht jede Frage beantworten. Man darf eine Frage auch mal für sich stehen lassen. Wenn man keine Antwort weiß. Oder den Ball zurückspielen und einfach zurückfragen: „Was meinst du denn, warum das so ist?“ Nur muß man dann von seinem hohen Elternroß absteigen. Und dem Kind auf Augenhöhe ins Gesicht sehen. Das noch soviel mehr sehen kann als die Erwachsenen…

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  3. Selbsterziehung auch?
    Wie soll ein Mensch erwachsen werden, wenn ihm die Vorbilder fehlen?
    Die beste Erziehung ist die, wovon ein Kind gar nichts merkt.
    Yehudi Menuhin und seine Geschwister haben solch eine Kindheit gehabt (ohne Schule).
    Dennoch haben sie Erziehung genossen.
    Es gibt genug Beispiele.
    Das Auslaufmodell kann ich nur auf Prinzipienreiterei und Machtkämpfe bezogen sehen. Diese liegen jedoch jenseits dessen, was Steiner auch „Erziehungskunst“ genannt hat.

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  4. Mich stört das Wort „Erziehung“ und alles, was sich dahinter verbirgt. Wenn man etwas Neues macht, dann sollte man diesem Neuen auch einen neuen Namen geben. Denn „liebevoll begleitetes Aufwachsen“ hat mit „Erziehung“ nun gar nichts zu tun.

    Und „Selbsterziehung“ finde ich auch nicht sinnvoll, ich nenne das „Lernen durch Erfahrung“. Manchmal brauchts eine Erfahrung halt öfter, bis man sein Verhalten anpaßt…

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