Heidi – Film von 2015

Und noch einer

noch ein Heidi-Film, dachte ich, noch eine Verfilmung des Heidi-Romans. Durch die Anime-Serie von 1974 war ich so einiges an Kitsch gewohnt.

3Sat brachte den Film gestern, am 19.02.19, zum Tode von Bruno Ganz, der den Großvater spielt, den Alpöhi.

Da aber nichts anderes kam, was mich interessierte, ließ ich den Film einfach mal laufen und bald hatte er mich hineingezogen. Bald realisierte ich die genaue Beobachtung des Regisseurs, wie die Dinge so laufen. Ob heute, oder vor mehr als 100 Jahren, als es noch nicht einmal Telefon gab… Und dann war mir bald klar

Tatsächlich noch einer

nämlich noch ein Aufweck-Film. Der seine Herzensbotschaft auch über die wunderbare Kameraführung vermittelt.

Alain Gsponer (Regie), Petra Biondina Volpe (Drehbuch) und Matthias Fleischer (Kamera) ist da ein Meisterwerk gelungen.

Wunderbare Bilder in einer wunderbaren Geschichte, aber ganz ohne Kitsch. Die Darsteller sind auf den Punkt ausgesucht, vor allem Peter, Heidi und Klara.

Und die Geschichte wird sehr authentisch erzählt.

Und zwar als Gesellschaftskritik. Das stößt natürlich vielen sauer auf.

Gäbe es nicht die so hochgelobte Roman-Vorlage, man könnte den Film auch fast als Verschwörungs-Theorie abstempeln. Aber das war vor über 100 Jahren, heute ist das alles anders.

Stimmt. Statt Stockschlägen hat man heutzutage viel subtilere Mittel, aus Kindern erst kleine und später große angepasste Gesellschaftsroboter zu machen…

Und das ist das Hauptthema des Films, das die Hauptfiguren bis auf Heidis Tante (die nur im zwei Ecken mit dem Alpöhi) und Fräulein Rottenmeier, die nur das beste für die ihnen anvertrauten Kinder wollen, gesellschaftlich gesehen. Heidi und Klara.

Was mir auch erst bei dieser Verfilmung klar geworden ist:

Klara sitzt im Rollstuhl, auch weil ihr Vater ja schon seine Frau, ihre Mutter verloren hat. Und aus Angst, sie auch zu verlieren, und weil er so sein Leben besser ausleben kann, außer Haus, ist er auch froh, daß sie zu Hause behütet im Rollstuhl sitzt.

Und Heidi dient nur zur Beruhigung seines Gewissens Klara gegenüber. Wie auch seine Mutter, die Oma, ihm vorhält. Aber er ignoriert sie wie auch seinen Freund, den Arzt. Was sind schon Heimweh und Herzeleid der Spielgefährtin für seine Klara?

Als Heidi schlafwandelt, da entdeckt auch Klaras Vater sein Herz, und schickt Heidi wieder zurück. Aber natürlich, ohne das vorher mit Klara und Heidi zu besprechen. So offen ist sein Herz dann auch nicht…

Am Ende hat Heidi viele Herzen geöffnet, und fliegt über die wunderbaren Berge davon, metaphorisch gesprochen…

Links

https://de.wikipedia.org/wiki/Heidi_(Roman)

https://www.srf.ch/kultur/film-serien/heidi-verfilmung-harte-kindheit-statt-heile-welt-heidi-pfeift-auf-schoenfaerberei

https://de.wikipedia.org/wiki/Heidi_(2015,_Film)

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