Magnetische Polwanderung

Der Magnetische Pol im Norden der Erde „rast“ in Richtung Sibirien. Jedenfalls ist die Geschwindigkeit viel höher als üblich. Und der Pol lag sonst eher in Kanada.

Der Pol, der von allen der Magnetische Nordpol genannt wird, obwohl er doch der Magnetische Südpol ist (wie kann man das überhaupt feststellen?), verändert sich schnell. Genauso wie das Magnetfeld. Aber darüber wird geschwiegen.

Doch die Wanderung des Nordpols wird öffentlich dokumentiert, damit man seinen Kompass danach ausrichten kann. Wer noch in der Lage ist, mit Papier-Karten zu navigieren, der trägt die Gradabweichungen jedes Jahr z.B. auf seiner Seekarte nach. Ich habe solche Exemplare zu Hause im Schrank liegen. Und mich gewundert damals, warum man diese Abweichung jedes Jahr neu eintragen muss…

Jetzt wird man das noch öfters tun müssen.

Wanderung des Magnetischen Nordpols seit 1590

Von heise.de übernommen:

[Update 06.02.2019 – 11:50 Uhr]

Aus physikalischer Sicht handelt es sich beim hier beschriebenen arktischen Magnetpol eigentlich um den magnetischen Südpol der Erde. Im geographischen Zusammenhang ist die Formulierung magnetischer Nordpol jedoch gebräuchlich.


„Da passiert etwas Seltsames“: Position des magnetischen Nordpols aktualisiert

Eigentlich wird alle fünf Jahre neu modelliert, wie der magnetische Nordpol wandert. Erstmals musste das nun außerplanmäßig erfolgen, weil er so schnell ist.

Erstmals in der Geschichte des World Magnetic Models (WMM) haben die Geowissenschaftler das Modell außerplanmäßig angepasst: Grund ist der gegenwärtig immer schneller wandernde magnetische Nordpol.

Wie die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde der USA (NOAA) mitteilte, gab es nun das Update für das WMM, obwohl die nächste aktualisierte Fassung erst 2020 erscheinen sollte. Der bisherige Update-Zyklus von fünf Jahren reichte angesichts des wieder schneller wandernden magnetischen Nordpols nicht mehr aus.

Trotz GPS & Co. weiter wichtig

Das World Magnetic Model wird vom National Geophysical Data Center der USA und dem British Geological Survey erstellt und ist in vielen Bereichen das geomagnetische Standardmodell der Erde. es wird zum Beispiel für die Navigation genutzt und steht dabei an der Seite von GPS. Auch Smartphones und andere Gadgets setzen bei der Bestimmung des Magnetfelds für Navigations- und Standortdienste auf das Modell. Weil sich die Position des magnetischen Nordpols aber kontinuierlich ändert, muss das Modell regelmäßig angepasst werden.

Betrachtet man die historischen Positionen des magnetischen Nordpols, die bei der NOAA bis zurück zum Jahr 1590 zusammengetragen wurden, sieht man, wie er lange im Zickzack durch die heute kanadischen Königin-Elisabeth-Inseln wanderte. Mitte des 19. Jahrhunderte nahm er dann seinen gegenwärtigen Kurs in Richtung des Arktischen Ozeans und der russischen Taimyrhalbinsel auf. Hier nahm er schließlich Fahrt auf und erreichte im Jahr 2000 rund 56 Kilometer pro Jahr, berichtet die New York Times.

Pünktlich zum bislang aktuellsten Modell-Update 2015 hatte sich der magnetische Nordpol aber wieder auf rund 50 Kilometer pro Jahr verlangsamt, nur um dann gleich wieder Fahrt aufzunehmen und so die Vorhersagen durcheinander zu bringen. Diese letzte Beschleunigung sei das große Problem, nicht die Bewegung des magnetischen Nordpols an sich, zitiert die US-Zeitung den Geophysiker William Brown vom British Geological Survey. Das mache die Positionsvorhersage so schwierig und habe nun das außerplanmäßige Update notwendig gemacht.

Hinweis auf anstehenden Polsprung?

Zu den Hintergründen der Positionsverschiebungen des magnetischen Nordpols gibt es derzeit nur Theorien. Erzeugt wird das Magnetfeld im flüssigen äußeren Erdkern, der langsamen zeitlichen Veränderungen unterliegt und nicht so leicht zu erforschen ist. „Es ist klar, dass etwas Seltsames passiert“, meint aber Phil Livermore von der University of Leeds gegenüber der New York Times.

Einige Wissenschaftler spekulieren bereits, ob die Geschehnisse auf einen anstehenden sogenannten „Polsprung“ hindeuten – also magnetischer Nord- und Südpol in geologisch nahem Zeitraum die Position wechseln, schreibt die Zeitung, ohne jedoch Namen zu nennen. Die meisten Forscher würden das aber anzweifeln und lediglich regionale Veränderungen sehen. So stehe der magnetische Südpol gleichzeitig relativ still.

Für die meisten Menschen jedenfalls hat die nun – wegen des US-Regierungsstillstands verspätet – vorgenommene Modellkorrektur keine spürbaren Auswirkungen. Wichtiger sei sie vor allem für Langstreckenflüge, die dem magnetischen Nordpol viel näher kommen.

Aus physikalischer Sicht handelt es sich beim hier beschriebenen arktischen Magnetpol eigentlich um den magnetischen Südpol der Erde. Im geographischen Zusammenhang ist die Formulierung magnetischer Nordpol jedoch gebräuchlich. (mho)

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